Wasserstoff – Durchbruch oder Rohrkrepierer?

Wasserstoff als praktikabler und nachhaltiger Energiespeicher ist schon seit den frühen 90er Jahren in der Branche akut. 2024 wurden mit 378 Bussen satte 82 Prozent mehr Wasserstoffbusse zugelassen als im Vorjahr – freilich auf einem homöopathischem Niveau. Trotzdem schauen wir näher hin und stellen die Frage nach dem Status Quo.

Mit dem Thema Wasserstoff geht es zyklisch auf und ab wie an der Börse. Dabei steht der Grad der Aufmerksamkeit, der dem Thema in Hype-Phasen zuteil wird, immer noch in einem starken Kontrast zu den homöopathischen Zulassungszahlen in Europa, auch wenn 2024 eine Steigerung von rund 82 Prozent verzeichnet werden können. Aber 378 von insgesamt 14.405 Bussen in Europa mit alternativen Antrieben bedeuten nicht mehr als schmale 2,6 Prozent (Quelle der Zulassungszahlen: European Bus Data, DVV Verlag 2025).

Im Falle der kaum noch medial relevanten Erdgas- bzw. Hybridbusse sind es immerhin 23,5 bzw. 19,5 Prozent. Und mit zunehmender Marktdurchdringung der reinen Batteriebusse (54,4 Prozent vom Markt der alternativen Busse) werden immer mehr kritische Stimmen laut, die sich vor allem auf die vermutete Unwirtschaftlichkeit des innovativen Antriebs beziehen. Diese Stimmung mag auch den Aktienkurs von Ballard, dem bekanntesten kanadischen Brennstoffzellenhersteller seit 2021 stetig in Richtung Ramschniveau geschickt haben.

Neue Umfragen wecken Zweifel So hat eine aktuelle Befragung von 300 Entscheidungsträgern im ÖPNV ergeben, dass 83 Prozent der Befragten die „Dekarbonisierung des ÖPNV ohne den Wasserstoffantrieb für möglich halten“, auch wenn die Fragestellung schon eine Skepsis gegenüber dem Thema impliziert. So lautet das Ergebnis der Studie „The Road Ahead“, die im Auftrag des Spezialmaschinenbauunternehmens „IMI“ durchgeführt wurde und die Rolle der Dezentralisierung bei der Erschließung von Wasserstoff als Kraftstoff im ÖPNV untersucht hat. Außerdem sind die teilnehmenden Entscheidungsträger im Rahmen der Studie gefragt worden, wie sie den Sektor Wasserstoff sehen und welche Herausforderungen und Schritte für eine breitere Akzeptanz als Kraftstoffquelle aus ihrer Sicht erforderlich sind. Die Studien-Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass es eine Reihe technischer und finanzieller Hindernisse gibt, die der Einführung des Wasserstoffantriebs im öffentlichen Verkehr entgegenstehen, was die aktuelle Sicht der Branche auf den Energieträger prägt. Trotz einiger Zurückhaltung bestehe jedoch immer noch Interesse an dem Kraftstoff und seiner Rolle bei der Antriebswende.

Den gesamten Artikel finden Sie in unserer neuen Ausgabe der Nahverkehrs-Praxis: 03/2025.

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